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Der Urologe

pp 1–1 | Cite as

Überregionaler und längerfristiger Einflusses der Klinik Weidenplan auf das Fachgebiet Urologie als Artikelschwerpunkt

  • J. KonertEmail author
  • W. Zacher
Leserbriefe
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Interregional and long-term influence of the clinic Weidenplan on the field of urology is the main focus of the article

Erwiderung der Autoren

Zum Leserbrief von Schlicht J (2018) Sicht eines Assistenzarztes der Heilanstalt Weidenplan zu DDR-Zeiten. Urologe  https://doi.org/10.1007/s00120-018-0822-0

Originalbeitrag: Konert J, Zacher W (2018) Urologische Erinnerungsorte: Heilanstalt Weidenplan in Halle/Saale. Urologe 57:1243–1250.  https://doi.org/10.1007/s00120-018-0746-8

Sehr geehrter Herr Kollege Schlicht,

vielen Dank für Ihren aufschlussreichen Leserbrief. Zeigt er uns doch, dass unser Artikel auf Interesse gestoßen ist. Sie haben völlig Recht, der Artikel spiegelt nicht den Alltag in einer urologischen Klinik der ehemaligen DDR wider.

Jedem Kollegen, der vor 1989 in der ehemaligen DDR ärztlich tätig war, ist auch heute noch bewusst, welche Einschränkungen und Erschwernisse durch Planwirtschaft und Mangelverwaltung hervorgerufen wurden. Auch wir können uns noch daran erinnern, dass OP-Handschuhe wiederaufbereitet, Verbandsmaterial gewaschen und wieder aufgerollt wurde. Auch war nicht immer das erforderliche Material verfügbar. Der bauliche Zustand vieler Kliniken, so auch beim „Weidenplan“, war beklagenswert. Der Einfluss von Staatsicherheit und SED auf die Medizin ist unbestritten und wurde von uns auch im Buch „Urologie 1945–1990“ des Arbeitskreises Geschichte der Urologie [1] thematisiert. Die äußerst prekären Rahmenbedingungen hat Zacher im Grußwort „20 Jahre gemeinsamer BDU OstWest“ https://www.urologenportal.de/fachbesucher/wirueberuns/berufsverbandder-deutschen-Urologen.html analysiert.

Dennoch kann man die medizinische Versorgung der Bevölkerung, der jeweiligen Zeit entsprechend, als recht gut bezeichnen. Ihr Stand war wohl deutlich besser als in den anderen osteuropäischen Staaten.

Man muss sich aber davor hüten, die damaligen Arbeitsverhältnisse vom heutigen Standpunkt aus zu betrachten. Auch in der alten BRD gab es in den 1980er-Jahren noch nicht flächendeckend Ultraschall- oder ESWL-Geräte. Wir müssen feststellen, dass die personelle Versorgung der Krankenhäuser, sowohl von ärztlicher als auch von pflegerischer Seite, besser als heute war.

Es war nicht unser Ziel, den Klinikalltag am „Weidenplan“ zu beschreiben. Der Artikel rekurrierte auf die Erinnerungskultur innerhalb der deutschen Urologie und soll einen wichtigen Ort, der in diesem Zusammenhang bisher weniger im Fokus stand bzw. vergessen wurde, hierfür dem Leserkreis vorstellen. Dies erfordert die Herausarbeitung des überregionalen und längerfristigen Wirkens und des Einflusses einer Klinik auf die Entwicklung des Fachgebiets Urologie. Das ist zur Zeit ein Forschungsschwerpunkt von Museum, Bibliothek und Archiv der Dt. Gesellschaft für Urologie e. V.

Die Darstellung der schlechten Rahmenbedingungen müsste korrekter Weise das hohe Mitarbeiterengagement und den überdurchschnittlichen Einsatz Einzelner würdigen. Ohne sie wäre die fachurologische Ausstrahlung nicht erreichbar gewesen. Jene Aufarbeitung würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.

Allerdings müssen wir ein Versäumnis eingestehen. Der von H. Battke ins Leben gerufene „Uro-Cup“, ein DDR-offenes urologisches Fußballturnier, hätte Erwähnung finden müssen. Nicht nur, weil der „Weidenplan“ ihn wiederholt gewonnen hat, sondern weil er ein bedeutender Beitrag zur Solidarität unter uns Urologen war und damit auch zur Herausbildung des Spezialfaches beigetragen hat.

J. Konert

W. Zacher

Notes

Interessenkonflikt

J. Konert und W. Zacher geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

  1. 1.
    Halling T et al (Hrsg) Urologie 1945–1990. Springer, Berlin.  https://doi.org/10.1007/978-3-662-48178-3. ISBN 978-3662481776CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Urologische GemeinschaftspraxisBad SchönbornDeutschland
  2. 2.Halle/SDeutschland

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