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Der Nervenarzt

, Volume 90, Issue 11, pp 1089–1090 | Cite as

Dank für 20 Jahre Mitgestaltung von Der Nervenarzt und Blick nach vorn. Verabschiedung von Prof. Wolfgang Maier und Prof. Hans-Peter Kapfhammer

  • Frank SchneiderEmail author
Editorial
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Appreciation for 20 years co-editing of Der Nervenarzt and view to the future. Farewell to Prof. Wolfgang Maier and Prof. Hans-Peter Kapfhammer

Der Nervenarzt verabschiedet sich von zwei langjährigen und besonders aktiven Kollegen unter den Herausgebern: Herrn Prof. Dr. Wolfgang Maier und Herrn Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Kapfhammer.

Wolfgang Maier

war seit 22 Jahren bei Der Nervenarzt in verschiedenen Funktionen tätig, zunächst im Beirat, dann als Herausgeber und seit 2011 hat er sich mit unermüdlichem Engagement als psychiatrischer Schriftleiter verdient gemacht und die Zeitschrift Der Nervenarzt in außerordentlicher Weise mitgestaltet. Daneben publizierte er selbst zahlreiche herausragende Beiträge in Der Nervenarzt. Er gilt als einer der Pioniere der genetischen Erforschung psychischer Erkrankungen und hat die nationale wie internationale Wissenschaftslandschaft enorm geprägt.

Hans-Peter Kapfhammer

hat ebenfalls fast 20 Jahre lang die Zeitschrift Der Nervenarzt wesentlich gestaltet, zunächst im Beirat, ab 2010 als Herausgeber und seit 2014 als Herausgeber für den Bereich der Psychosomatik. Hans-Peter Kapfhammer ist in vielen Bereichen unseres Faches unterwegs, er bereichert darüber hinaus die Wissenschafts- und Publikationslandschaft auch mit nicht so alltäglichen, aber spannenden Themenbereichen wie Religiosität in der Psychiatrie und Psychotherapie. Dementsprechend hat er sich auch stets innovativ für Der Nervenarzt eingesetzt.

Wolfgang Maier und Hans-Peter Kapfhammer haben wesentliche Weiterentwicklungen von Der Nervenarzt mitgestaltet und begleitet. Dazu gehören die Digitalisierung der Inhalte und deren Bereitstellung, die Einführung des elektronischen Begutachtungssystems Editorial Manager, genauso wie die Einführung der CME-zertifizierten Fortbildung und der Rubrik „Pro und Kontra“ als Forum für eine kontroverse Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen. Wolfgang Maier und Hans-Peter Kapfhammer waren beide auch Rubrikherausgeber der Rubrik „Pro und Kontra“, Wolfgang Maier zudem der Rubrik „CME“ und Hans-Peter Kapfhammer der Rubrik „Aktuelles“. Eine weitere Neuerung, die beide mitgetragen haben, ist seit 2015 – gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) – die Vergabe des DGPPN-Best Paper Awards für herausragende Publikationen in Der Nervenarzt, um wissenschaftliche Leistungen zu fördern.

Nicht nur Der Nervenarzt, als offizielles Mitteilungsorgan unserer Fachgesellschaft DGPPN und wichtigem Medium zum Wissensaustausch, hat sich in den letzten 20 Jahren weiterentwickelt. Inhaltlich hat sich in den Fächern Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik viel bewegt. Die 1990er-Jahre galten als „decade of the brain“, was unser Fach gerade für junge Nachwuchswissenschaftler besonders interessant machte. Es gab enorme Weiterentwicklungen zum Neuroimaging, molekularen Imaging, Weiterentwicklungen der Therapieformen und Fortschritte der Psychopharmakotherapie. Mit der inzwischen großen Vielfalt an diagnostischen und Therapiemethoden und den Erkenntnissen zu (epi-)genetischen, molekularen, hirnfunktionellen oder auch neuroendokrinologischen Prozessen bei psychischen Störungen, trat die Psychiatrie immer mehr aus ihrem „Schattendasein“ hinter den somatischen Fächern hervor. Gleichzeitig stand sie immer mehr im Spannungsverhältnis zur Neurologie und beide Fächer haben inzwischen ihre jeweilige Rolle neu gefunden.

Was unsere Fachgesellschaft, die DGPPN, angeht, so konnte sich diese in den letzten 20 bis 30 Jahren zu einer selbstbewussten Stimme in Wissenschaft und Gesundheitspolitik entwickeln. Sie zählt inzwischen fast 10.000 Mitglieder. Im Jahr 1993 wurde das Fachgebiet der Psychotherapie und im Jahr 2012 die Psychosomatik in den Namen der Gesellschaft aufgenommen. Einhergehend mit der Diversifikation wurden inzwischen 35 Fachreferate der DGPPN etabliert, um jedem Spezialgebiet in der Tiefe gerecht werden zu können. Alle diese Weiterentwicklungen schlugen sich inhaltlich auch in Der Nervenarzt nieder und wurden von Wolfgang Maier und Hans-Peter Kapfhammer vorbildlich getragen. Der Verlag und das ganze Herausgeberboard von Der Nervenarzt möchten beiden für die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit und die Verdienste um die Zeitschrift danken.

Neue Herausgeber im Board

Jeder Abschied geht auch mit einem Neuanfang einher. Daher freue ich mich, Frau Prof. Dr. Dr. Katharina Domschke und Herrn Prof. Dr. Ulrich Voderholzer als neue Herausgeber von Der Nervenarzt begrüßen zu dürfen.

Katharina Domschke

ist Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Universitätsklinikum Freiburg. Sie ist Spezialistin für Angsterkrankungen, ihre Forschungsschwerpunkte betreffen die Vorhersage, Prävention und personalisierte Therapie von Angst- und affektiven Erkrankungen sowie deren (Epi‑)Genetik.

Ulrich Voderholzer

ist Ärztlicher Direktor der Medizinisch-Psychosomatischen Schön Klinik Roseneck in Priem am Chiemsee. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören insbesondere Zwangsstörungen, Essstörungen und Depressionen. In Kooperation mit der LMU München führt er verschiedene Projekte der Psychotherapie- und Versorgungsforschung bei psychischen Erkrankungen durch.

Beide werden gemeinsam mit Prof. Dr. Volker Arolt (Münster), Prof. Dr. Dr. Michael Bauer (Dresden) und mir als Schriftleiter das zukünftige psychiatrische Herausgeberboard bilden.

Die Fächer, die Fachgesellschaft und nicht zuletzt Der Nervenarzt haben einen enormen positiven Wandel vollzogen. Was bleibt ist der Anspruch einer hochwertigen Versorgung von Menschen mit allen psychischen Erkrankungen. Was noch fehlt ist eine ausreichende Grundlagen- und translationale Forschung. Aktuell gibt es bei den vielen Spezialthemen zu wenig Grundlagenforschung, die unmittelbar schon beim Patienten angekommen ist.

In diesem Sinne freue ich mich auf das, was kommt, und auf einen spannenden Austausch mit dem Verlag und den alten und neuen Kollegen im psychiatrischen Herausgeberboard.

Professor Dr. Dr. F. Schneider

Notes

Interessenkonflikt

F. Schneider gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Universitätsklinikum DüsseldorfDüsseldorfDeutschland

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