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Korrekturosteotomie an der Hand

Corrective osteotomy of the hand

Zusammenfassung

Frakturen der Finger und der Mittelhand gehören zu den häufigsten Verletzungen überhaupt. Viele Frakturen werden erfolgreich konservativ therapiert. Im Verlauf können sich jedoch verschiedene Fehlstellungen einstellen, wie Torsionsabweichungen, Knochenverkürzungen, Achsfehlstellungen, Spornbildungen und Kombinationen dieser einzelnen Deformitäten. Eine Korrekturosteotomie kann, bei klinisch eingeschränkter Funktion, diese Fehlstellungen korrigieren und so die Handfunktion optimieren. Essenzielle Bestandteile der Korrekturosteotomie sind die genaue Analyse der Fehlstellung, die exakte Osteotomie, die übungsstabile Osteosynthese und die intensive handtherapeutische Nachbehandlung. Komplikationen wie Implantatversagen, postoperative Sehnen- und Gelenkverklebungen sowie die Entwicklung einer Pseudarthrose sind jedoch möglich.

Abstract

Fractures of fingers and metacarpals are among the most frequent injuries. Many fractures can be successfully treated conservatively. Nevertheless, various malformations, such as malrotation, spur development, bone shortening, deviation of the axis and combinations of these individual deformities may appear in the course of time. Corrective osteotomy can correct these deformities with clinically impaired function and improve/optimize hand function. Prerequisites for corrective osteotomy are a precise analysis of the deformity, precise osteotomy, exercise stable osteosynthesis and intensive follow-up treatment of the hand. Complications, such as implant failure, postoperative tendon and joint adhesions, joint contracture and nonunion are however possible.

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Notes

  1. 1.

    Dieser Begriff wird kritisch gesehen, da 1. ein Finger keine Rotation (Drehung um einen Punkt), sondern nur eine Torsion (Drehung um eine Achse) aufweisen kann und 2. der Begriff „Fehler“, den man in „Rotationsfehler“ unkontrolliert benutzt, beim Patienten dann eine andere Bedeutung (forensisch) erhält. Somit sollte der Begriff „Torsionsabweichung“ genutzt werden.

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Author information

Correspondence to Prof. Dr. Frank Unglaub.

Ethics declarations

Interessenkonflikt

F. Unglaub, M.F. Langer und C.K. Spies sind regelmäßig als Referent der IBRA, Basel, Schweiz, tätig. J.M. Unglaub gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

Additional information

Redaktion

P. Biberthaler, München

T. Gösling, Braunschweig

T. Mittlmeier, Rostock

Caption Electronic Supplementary Material

Video 1: Eingeschränkter Beugesehnengleitvorgang mit Beugekontraktur durch Spornbildung bei konsolidierter Mittelhandfraktur (D3) ohne Torsionsabweichung

Video 2: Minimal eingeschränkte Streckung und voller Faustschluss nach Korrekturosteotomie

Video 1: Eingeschränkter Beugesehnengleitvorgang mit Beugekontraktur durch Spornbildung bei konsolidierter Mittelhandfraktur (D3) ohne Torsionsabweichung

Video 2: Minimal eingeschränkte Streckung und voller Faustschluss nach Korrekturosteotomie

CME-Fragebogen

CME-Fragebogen

Welche Untersuchungen gehören allen voran zur Diagnostik einer in Fehlstellung verheilten Fraktur der Hand?

Radiologische und laborchemische Untersuchung

Klinische und radiologische Untersuchung

Laborchemische und neurologische Untersuchung

Szintigraphische und MRT-Untersuchung

Ultraschall- und neurologische Untersuchung

Eine radiologische Untersuchung einer in Fehlstellung verheilten Fraktur der Hand beinhaltet primär:

Konventionelles Röntgen in 3 Ebenen

Ultraschall

PET-CT

Szintigraphie

MRT-Angiographie

Wodurch werden Torsionsabweichungen durch eine in Fehlstellung konsolidierte Mittelhandfraktur vornehmlich diagnostiziert?

MRT

Ultraschalluntersuchung

Doppleruntersuchung

Duplexuntersuchung

Klinische Untersuchung

Die in Fehlstellung verheilte Grundgliedfraktur tendiert vornehmlich in eine …

S‑förmige Spiralformation.

mediolaterale Angulation.

rein axiale Angulation.

palmare Angulation.

90°-Stellung nach dorsal.

Die handtherapeutische, präoperative Vorbereitung beinhaltet …

ein Kleinert-Regime.

eine Lasertherapie.

eine Kollagenasetherapie.

eine Reduzierung von Ödemen.

eine Querfriktion mit Eis.

Eine typische Osteosynthese bei Korrekturosteotomien an der Hand ist die …

Schrauben/Plattenosteosynthese.

Fixateur-externe-Osteosynthese.

K‑Draht-Osteosynthese, kombiniert mit Knochenzement.

Verbundosteosynthese.

perkutane Nagelosteosynthese.

Woraus erfolgt die Entnahme von Spongiosa vornehmlich?

Aus der Tibia

Aus dem Os scaphoideum

Aus dem Radius

Aus dem Humerus

Aus dem Mondbein

Die Korrekturosteotomie an der Hand erfolgt …

teilweise monokortikal, teilweise bikortikal.

typischerweise durch manuelles Aufbrechen ohne Meißel oder Säge.

ohne Planung.

regelhaft von palmar.

in der Regel als „Dome-Osteotomie“.

Intraartikuläre Korrekturosteotomien an der Hand …

sind technisch einfacher durchzuführen als extraartikuläre.

brauchen in der Regel keine Osteosynthese.

sollten präoperativ durch ein CT geplant werden.

führen selten zu einer Gelenkkontraktur.

haben ein geringes Risiko für eine Gelenkarthose im Verlauf.

Was ist essenzieller Bestandteil der Nachbehandlung einer Korrekturosteotomie an der Hand?

Frühzeitige Mobilisation der Gelenke durch Handtherapie

Ruhigstellung der Hand für mindestens 4 Wochen

Vollbelastung ab dem 1. postoperativen Tag

Frühzeitige Metallentfernung nach 6 Wochen

Tieflagerung der Extremität, um die Durchblutung zu verbessern

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Unglaub, F., Langer, M.F., Unglaub, J.M. et al. Korrekturosteotomie an der Hand. Unfallchirurg 121, 657–668 (2018). https://doi.org/10.1007/s00113-018-0526-3

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Schlüsselwörter

  • Finger
  • Mittelhand
  • Fraktur
  • Torsionsabweichung
  • Gewebeverklebungen

Keywords

  • Finger
  • Metacarpus
  • Fracture
  • Torsion abnormality
  • Tissue adhesions