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Der Chirurg

pp 1–1 | Cite as

Laparoskopische Resektion bei lokal fortgeschrittenem Magenkarzinom

  • W. SchröderEmail author
  • C. J. Bruns
Journal Club
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Laparoscopic resection for locally advanced gastric cancer

Originalpublikation

Li Z, Shan F, Ying X, Zhang Y et al (2019) Assessment of laparoscopic distal gastrectomy after neoadjuvant chemotherapy for locally advanced gastric cancer. A randomized clinical trial.  https://doi.org/10.1001/jamasurg.2019.3473. [Epub ahead of print]

Hintergrund und Fragestellung.

Mehrere asiatische Studien konnten zeigen, dass die laparoskopische Magenresektion bei Frühkarzinomen technisch machbar ist und vergleichbare Langzeitergebnisse wie das offene Vorgehen aufweist. Für lokal fortgeschrittene Magenkarzinome wird gegenwärtig in mehreren prospektiv randomisierten Studien die Sicherheit eines laparoskopischen Zugangs in einem multimodalen Therapiekonzept untersucht. Onkologische Langezeitergebnisse liegen gegenwärtig nicht vor. Von einer chinesischen Arbeitsgruppe wurden jetzt die Kurzzeitergebnisse der laparoskopischen distalen Magenresektion nach perioperativer Chemotherapie vorgestellt.

Methoden.

In einem prospektiv randomisierten, „Non-inferiority“-Studiendesign wurden im Zeitraum von April 2015 bis November 2017 insgesamt 96 Patienten eingeschlossen. Bei allen Patienten wurden wegen eines lokal fortgeschrittenen Magenkarzinoms neoadjuvant 3 Zyklen und adjuvant 5 Zyklen einer Chemotherapie mit Oxaliplatin i.v. und Capecitabine oral durchgeführt. Bei 48 Patienten wurde der distale Magen mit klassischer D2-Lymphadenektomie über einen laparoskopischen Zugang reseziert (2 Konversionen), bei 50 Patienten über einen offenen Zugang. Primärer Endpunkt der Intention-to-treat-Analyse waren das 3‑Jahres-Überleben, in dieser Publikation als Frühzeitergebnisse die chirurgische Radikalität, die postoperativen Komplikationen (Clavien-Dindo-Score), die 30-Tage-Mortalität und der postoperative Schmerz.

Ergebnisse.

Die Gesamtkomplikationsrate war in der laparoskopischen Gruppe signifikant geringer als bei den offenen operierten Patienten (20 % vs. 46 %, p = 0,007). Insbesondere Clavien-Dindo-Grad-II-Komplikationen wurden signifikant weniger nach laparoskopischem Vorgehen beobachtet. Kein Patient verstarb postoperativ. Die Anzahl der resezierten Lymphknoten lag in beiden Gruppen im Mittel bei 40. Die R0-Resektionsrate betrug nach offener distaler Magenresektion 92 %, für den laparoskopischen Zugang 98 % (p = 0,37). Auf der visuellen Analogskala wurde von den laparoskopisch operierten Patienten der postoperative Schmerz am Tag 2 mit 1,2 Einheiten geringer bewertet (p = 0,08). Bemerkenswert ist, dass bei dem offenen Zugang signifikant weniger Patienten die adjuvante Chemotherapie durchführten (adjustierte Odds Ratio 1,39; 95 %-CI 1,63–11,80; p = 0,03).

Fazit.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die laparoskopische Magenresektion auch bei lokal fortgeschrittenen Karzinomen sicher durchführbar ist und die besseren Kurzzeitergebnisse dazu führen, dass mehr Patienten aus dieser Gruppe die adjuvante Chemotherapie komplettieren. Dass diese Beobachtung auch die onkologischen Langzeitergebnisse positiv beeinflusst, ist wahrscheinlich, bleibt jedoch mit dem primären Endpunkt des 3‑Jahres-Überlebens abzuwarten. Wie immer bleibt die Frage unbeantwortet, ob diese Ergebnisse asiatischer Studien auf ein westliches Patientenkollektiv zu übertragen sind.

Notes

Interessenkonflikt

W. Schröder und C.J. Bruns geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Allgemein‑, Viszeral- und TumorchirurgieUniversitätsklinik KölnKölnDeutschland

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