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Der Chirurg

pp 1–5 | Cite as

Künstliche Intelligenz, Robotik und Digitalisierung im Konzept der Einsatzchirurgie des deutschen Sanitätsdienstes

  • D. HinckEmail author
  • B. Friemert
Leitthema
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Zusammenfassung

Hintergrund

Künstliche Intelligenz, Robotik und die Digitalisierung machen auch nicht vor der Einsatzchirurgie halt. Wenn auch das Operieren mithilfe eines roboterassistierten Chirurgiesystems im Einsatzland, während sich der verantwortliche Chirurg in Deutschland befindet, weiterhin Zukunftsmusik ist, so ist die Ausbildung von Einsatzchirurgen und die Versorgung verletzter Soldaten im Einsatz ohne eine Digitalisierung der Chirurgie in den Streitkräften nicht mehr denkbar. Einsatznahe Ausbildung ist durch das medizinisch-strukturelle Umfeld in bundesdeutschen Kliniken limitiert. Einsatzrelevante chirurgische Notfallprozeduren lassen sich nicht in der notwendigen Menge und in dem zu erwartenden Umfeld in der Alltagsroutine abbilden und bedürfen deswegen entsprechender Simulatoren bzw. simulierten Szenarien, die möglichst realitätsgetreu sind. Auch wenn der Einsatzchirurg über mindestens zwei Fachgebietsbezeichnungen verfügt, verhilft die im Einsatz verfügbare Telemedizin zu einer spürbaren Verbesserung der Versorgung der verletzten Soldaten. Durch telemedizinische Konsultationen von Kollegen in Deutschland können u. a. teilgebiets- und fachübergreifende Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.

Schlussfolgerung

Bei der Durchführung lebensrettender und -stabilisierender Eingriffe im Einsatzland ist der handelnde Chirurg bislang durch roboterassistierte Chirurgiesysteme oder gar Roboter nicht zu ersetzen. Um aber den Chirurgen das notwendige Rüstzeug an die Hand zu geben, um in personellen und materiellen Mangelsituationen in unwirtlicher Umgebung operativ erfolgreich zu sein, werden die zurzeit verfügbaren Medien im deutschen Sanitätswesen genutzt und zukünftige Möglichkeiten der digitalen Simulation stetig ausgelotet. Der Beitrag informiert über den derzeitigen Stand der Digitalisierung der chirurgischen Ausbildung und den Einsatz in den bundesdeutschen Streitkräften.

Schlüsselwörter

Bundeswehr Telemedizin Ausbildung Simulation Einsatzchirurgie 

Artificial intelligence, robotics and digitalization in the concept of military surgery of the German medical service

Abstract

Background

As in other areas, military surgery is being transformed by developments in artificial intelligence, robotics and digitalization. Although the prospect of operating with a robot-assisted surgery system in the country of deployment while the responsible surgeon is in Germany is still a long way off, the training of military surgeons and the treatment of injured soldiers on deployment would nowadays be unimaginable without the digitalization of surgery in the armed forces. The structure of the medical environment in German clinics places restrictions on training that is close to operational reality. In the daily routine it is not possible to carry out the necessary numbers of deployment-relevant emergency surgical procedures under the expected conditions. Such procedures thus require the use of appropriate simulators or simulated scenarios that are as close to reality as possible. Although military surgeons are qualified in at least two specialist areas, the availability of telemedicine on deployment is helping to noticeably improve the treatment of injured soldiers. Telemedical consultation with colleagues in Germany makes it possible, for example, to reach joint decisions across different branches and disciplines.

Conclusion

Until now it has not been possible to substitute the attending surgeon in the country of deployment with robot-assisted surgery systems or even robots for carrying out life-saving and stabilizing procedures; however, in order to provide surgeons with the necessary tools to successfully operate in situations where there is a shortage of personnel and materials in an inhospitable environment, use is made of the means that are currently available in the German medical services and constant efforts are made to explore the future possibilities of digital simulation. This article shows the reader the current status of digitalization in surgical training and deployments in the German armed forces.

Keywords

German armed forces Telemedicine Training Simulation Military surgery 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

D. Hinck und B. Friemert geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik II, Sektion Allgemein- und GefäßchirurgieBundeswehrkrankenhaus HamburgHamburgDeutschland
  2. 2.Klinik für Unfallchirurgie und OrthopädieBundeswehrkrankenhaus UlmUlmDeutschland

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