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Die Elemente Gold und Wismut als Gangkomponenten der Siegerländer Spateisensteingänge

Zusammenfassung

In den Spateisensteingängen des Siegerlandes tritt das Gold in zwei Generationen auf. Das Edelmetall gehört einerseits in seiner ersten Generation dem ältesten, hydrothermalen Bildungszyklus der Gangmineralien an und ist hier in ultramikroskopisch-feinverteilter Form an den idiomorphen Pyrit gebunden. Die beiden anderen, jüngeren Pyritvarietäten der Siegerländer Gänge, der „lamellare“ und der mit Bravoit zonar verwachsene Pyrit, sind frei davon. Andererseits wird es in Vergesellschaftung mit den Wismuterzen durch eine spätere, hochhydrothermale Phase der Magnetkies-Pyrit-Markasit- und der Eisenglanz-Bornit-Kupferglanz-Bildung den Gängen zugeführt. Als letzte Ausscheidungen dieser hochhydrothermalen Bildungen sind gediegen Wismut und die durch Wechselwirkung der wismuthaltigen Lösungen mit dem schon gebildeten Kupferglanz entstandenen Gangkomponenten Wittichenit und Klaprothit zu betrachten. Als Quellzentrum dieser sauren, aszendenten Lösungen kommt ein intrusives, saures oder intermediäres Magma in Frage, dessen Lage im Innern des Siegener Hauptsattels durch die zu beiden Seiten desselben auftretenden Thermalregionen gekennzeichnet ist, die einem kontinuierlichen Temperaturabfall während der Bildung entsprechen.

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Hüttenhain, J.M. Die Elemente Gold und Wismut als Gangkomponenten der Siegerländer Spateisensteingänge. Zeitschrift für Kristallographie, Mineralogie und Petrographie 42, 285–317 (1932). https://doi.org/10.1007/BF02938703

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