Forstwissenschaftliches Centralblatt

, Volume 91, Issue 1, pp 129–142 | Cite as

Die Fichtenherkunft Sachsenrieder Forst

  • H. Schmidt-Vogt
Abhandlungen

Zusammenfassung

Die Fichtenbestände des Sachsenrieder Forstes zählen zu den wüchsigsten Fichtenvorkommen der Bundesrepublik Deutschland. Der Sachsenrieder Forst ist daher ein bevorzugtes Samenerntegebiet und eine größere Fläche ist als Sonderherkunft ausgeschieden.

1937 hat Rubner einen Fichtenprovenienzversuch angelegt, in den ein Bestand des Sachsenrieder Forstes einbezogen wurde. Seit der ersten Auswertung im Alter 7 bis zur letzten Auswertung im Alter 32 gehört die Herkunft Sachsenried zu den langsamwüchsigsten Provenienzen. Ausßerdem ist die Nachkommenschaft frühtreibend.

In einem 1959 begonnenen Fichtenherkunftsversuch, der im Forstamt Teisendorf angelegt wurde, sind 18 Einzelbestände des Sachsenrieder Forstes neben weiteren 32 Herkünften aus Bayern, dem Schwarzwald und dem Harz enthalten. Eine Auswertung im Alter yon 11 Jahren zeigt, daß der Mutterbestand des Rubnerschen Versuchs nicht repräsentativ für die Herkuft Sachsenried ist. Die Variabilität im Austreibecharakter der Bestände des Sachsenrieder Forstes ist groiL Das gleiche trifft für das Jugendwachstum zu. Setzt man die wüchsigste Nachkommenschaft gleich 100, so erreicht die langsamwüchsigste Nachkommenschaft nut 67%

Im Vergleich mit den anderen Herkünften dieses Versuchs liegt der Mittelwert der 18 Sachsenrieder Bestände auf gleicher H/She wie der Durchschnitt yon sieben Beständen aus Oberbayern und Schwaben vergleichbarer Höhenlage, jedoch erheblich niedriget als der einiger tiefer gelegenen schwäbischen Spitzenbestände. Die Fichtenherkunft Sachsenried ist in der Jugendwuësleistung nicht besser als ihre Umgegend, sie ist aber auch nicht schlechter, als es nach den Ergebnissen des Provenienzversuches yon Rubner zu erwarten war.

Die Versuchsergebnisse zeigen, daß es bei der Baumart Fichte nicht zulässig ist, hinsichtlich des Faktors Massenleistung yon dem Phänotyp auf die erbliche Veranlagung zu schließen, Bestände guter Veranlagung k/Snnen vorläufig nur durch Nachkommenschatftsprüfung gefunden werden.

Summary

The spruce stands of the Sachsenrieder Forest are considered to belong to the best growing areas within the Federal Republic of Germany. For this reason, the Sachsenrieder Forest is particularly worthwhile as a seed source and a large area of the Forest is with held for this purpose.

In 1937,Rubner selected, among others, a stand of the Sachsenrieder Forest for a provenance test. From the first, at age 7, to the last evaluation at age 32, the seed originating from Sachsenrieder Forest belongs to the slower growing sources. Moreover, the progeny is an early sprouter.

In a spruce provenance trial that was established in 1959, within the Teisendorf Forest District, are 18 individual stands of the Sachsenrieder Forest along with some 32 other provenances in the State of Bavaria, in the Black Forest of Baden-Württemberg and the Harz Mountains in Niedersachsen. An evaluation, after 11 years, has shown that the mother stand of theRubner's provenance test is not representative of the Sachsenrieder seed source. The variation in the early sprouting tendency of the stands within the Sachsenrieder Forest is large. The same is true for the juvenile growth. When the growth of the progenies within the best growth area is set at 100% the slowest growing progeny is only 67 %.

A comparison with other provenances of this trial is the middle value of the 18 Sachsenrieder stands at the same level as the average value of the 7 stands from Upper Bavaria and Schwaben within equal elevations, but still quite a bit lower than the lower elevations of the best stands in Schwaben. The spruce provenance of the Sachsenrieder Forest is in the early growth period not better than its surroundings nor is it poorer than the results obtained within theRubner's provenance test.

These research results show that, within the species spruce, it is not permitted, from the stand point of volume of the phenotype and the relationship to genetical qualities, to make definite conclusions. Stands of better quality can be found in the meantime only with the progeny test.

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1972

Authors and Affiliations

  • H. Schmidt-Vogt
    • 1
  1. 1.Waldbau-Institut der Universität Freiburg i. Br.FreiburgDeutschland

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