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Das System der Pupillenstarren in seinen kausalgenetischen Zusammenhängen

I. Mitteilung Die amaurotische, absolute und reflektorische Pupillenstarre, die Sympathicuspupillenstörungen und die Ophthalmoplegia interna, ihre physiologischen und pathologischen Grundlagen

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Zusammenfassung

In der vorliegenden Abhandlung wird eine Neuordnung des Systems der typischen, lichtreflektorischen Reaktionsstörungen der Pupillen nach lokalisatorischen und kausalgenetischen Gesichtspunkten durchgeführt. Auf Grund klinischer Beobachtungen, experimenteller Untersuchungen und theoretischer Überlegungen muß angenommen werden, daß nicht nur die retinogenen Hellimpulse über ein motorisches Zentrum und einen parasympathischen Reflexbogen Verengerung der Pupille herbeiführen, sondern daß auch antagonistisch wirksame retinogene Dunkelimpulse über ein motorisches Zentrum (Ggl. spinale) und einen sympathischen Reflexbogen aktive, lichtreflektorische Erweiterung der Pupille bewirken:Zwiereflexnatur der Lichtreaktion mit Verengerungs- und Erweiterungsreflexbogen. Je nachdem ob nur der Verengerungsreflexbogen, nur der Erweiterungsreflexbogen oder ob beide Reflexbögen unterbrochen sind, resultieren die verschiedenen Formen der Pupillenstarren mit ihren besonderen klinischen Erscheinungen. Die Unterbrechung kann im sensorischen Teil der Reflexbögen (sensorische Lichtreflexstarre) oder im motorischen Teil der Reflexbögen von den Zentren bis zur Peripherie liegen und zu differenzierten Innervationsstörungen der Pupille führen (motorische Lichtreflexstarren). Insbesondere wird für die „absolute Pupillenstarre“ (=lichtreflektorische Verengerungsstarre bei intaktem Erweiterungsreflexbogen) und für die „reflektorische Pupillenstarre“ (=lichtreflektorische Verengerungsund Erweiterungsstarre bei Unterbrechung beider Reflexbögen), scweit diese Reaktionsstörungen metaluisch bedingt sind, eine unabhängig von Vorgängen im Zentralnervensystem erfolgendeperiphere Entstehung begründet und der hierfür maßgebliche pathogenetische Mechanismus analysiert. — Eine in diesen Zusammenhängen folgerichtige Einordnung der Misch- und Übergangsformen der Pupillenreaktionsstörungen sowie der „Pupillotonie“ in das kausalgenetische System der Pupillenstarren wird im zweiten Teil der Abhandlung erfolgen.

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DasLiteraturverzeichnis findet sich am Schluß des zweiten Teils dieser Arbeiten.

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Poos, F. Das System der Pupillenstarren in seinen kausalgenetischen Zusammenhängen. Arch. F. Psychiatr. U. Z. Neur. 183, 493–533 (1950). https://doi.org/10.1007/BF00701622

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