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Der Einfluß verschiedener Ruhelänge des Muskels auf die Geschwindigkeit der Kraftzunahme durch isometrisches Training

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Zusammenfassung

Mit 17 Versuchspersonen (11 Männern und 6 Frauen) wurden insgesamt 135 isometrische Trainingsversuchsreihen an vier Muskelgruppen des Armes (Armbeuger, Armstrecker, Pronatoren und Supinatoren des Unterarmes) in jeweils zwei verschiedenen Armgelenkstellungen mit entsprechend verschiedener Ruhelänge der Muskeln durchgeführt. Die Versuche dauerten im Mittel 10,5 ± 2,2 Wochen. Als Trainingsart wurde an 5 Wochentagen je eine tägliche Maximalkontraktion von 1 sec Dauer gewählt. Folgende Ergebnisse wurden erarbeitet:

  1. 1.

    Die Geschwindigkeit der Kraftzunahme durch isometrisches Training hängt von der Muskellänge ab. Sie ist signifikant größer, wenn ein und dieselbe Muskelgruppe in einer Gelenkstellung mit kleiner anstatt mit großer Ruhelänge trainiert wird.

  2. 2.

    Werden verschiedene Muskelgruppen bei vergleichbaren relativen Muskellängen isometrisch trainiert, so gilt:

  3. a)

    Die Geschwindigkeit der Kraftzunahme ist nicht von der trainierten Muskelgruppe abhängig. Zwischen den vier untersuchten Muskelgruppen waren keine statistisch signifikanten Unterschiede der Geschwindigkeit der Kraftzunahme feststellbar.

  4. b)

    Das Geschlecht der trainierten Versuchspersonen ist ohne statistisch zu sichernden Einfluß auf die Geschwindigkeit der Kraftzunahme.

  5. 3.

    Es wird gezeigt, daß eine quantitative Stufung der Wirkung verschieden starker Trainingsreize nur möglich ist, wenn nicht nur — wie in früheren Untersuchungen über isometrisches Muskeltraining — die Geschwindigkeit der Kraftzunahme, sondern auch die erreichbare Höhe der Endkraft experimentell ermittelt und in der Auswertung berücksichtigt werden. Die Genauigkeit der Bestimmung der Endkraft wird diskutiert.

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Rohmert, W., Neuhaus, H. Der Einfluß verschiedener Ruhelänge des Muskels auf die Geschwindigkeit der Kraftzunahme durch isometrisches Training. Int. Z. Angew. Physiol. Einschl. Arbeitsphysiol. 20, 498–514 (1965). https://doi.org/10.1007/BF00696689

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