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Über das Zustandekommen der augendrucksenkenden Wirkung des Adrenalins und anderer gefäßverengender Pharmaka

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Zusammenfassung

Das Eintropfen von Adrenalin und anderer gefäßverengender Pharmaka (Effortil, Privin) in den Bindehautsack normaler Augen erzeugt eine rasch einsetzende, etwa 20–30 min lang anhaltende Zunahme der sichtbaren Kammerwasserströmung an der Bulbusoberfläche. In den “lamellierten” Kammerwasservenen verringert sich die Blutströmung, der Kammerwasserfaden wird breiter; vielfach kann man auch eine Zunahme der Strömungsgeschwindigkeit in den kammerwasserführenden Gefäßen nach Adrenalineinträufelung beobachten.

Mit der Zunahme der sichtbaren Kammerwasserströmung kommt es auch zu einem tonometrisch nachweisbaren Augendruckabfall um einige Millimeter Hg; beide Phänomene werden auf eine Senkung des Abflußwiderstandes zurückgeführt, die durch Verringerung des skleralen Gewebsdrucks zustande kommen dürfte. Die augendrucksenkende Wirkung des Adrenalins kann bei der Behandlung des einfachen Glaukoms nützlich sein; bei den kongestiven Glaukomformen wird die bereits gestörte Skleraldurchblutung durch gefäßverengende Pharmaka weiter verschlechtert und ist kontraindiziert. Der unterschiedliche Einfluß der gefäßverengenden Pharmaka auf den pathophysiologischen Mechanismus des, für den Augeninnendruck entscheidenden, Abflußwiderstandes wird ausführlich erläutert.

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Mit 4 Textabbildungen.

Nach einem Vortrag in der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft am 14.5. 1955.

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Kleinert, H. Über das Zustandekommen der augendrucksenkenden Wirkung des Adrenalins und anderer gefäßverengender Pharmaka. Albrecht v. Graefes Arch. Ophthal. 157, 24–39 (1955). https://doi.org/10.1007/BF00684720

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