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Die antagonistische Innervation der Akkommodation und die Akkommodationsruhelage

Zusammenfassung

Es wird eine neue Methode beschrieben, die auf einer Abänderung desScheinerschen Versuches beruht und die es gestattet, die von der Willkürinnervation unabhängige akkommodative Einstellung des Auges, die sog. Akkommodationsruhelage zu messen. Dabei zeigt sich, daß diese näher an der Fernpunkteinstellung liegt als die sog. Nachtmyopie, deren Ausmaß nachKühl 2 dptr beträgt.

Die Akkommodationsruhelage wird als der nicht sehr stabile Gleichgewichtszustand zwischen “Fernakkommodation” und Nahakkommodation betrachtet. Dieser Gleichgewichtszustand läßt sich sowohl durch willkürliche Innervation als auch durch pharmakologische Reizung nach beiden Seiten, d. h. sowohl nach der hyperopen als auch nach der myopen Seite hin ändern. Die antagonistische Innervation der Akkommodation konnte auf diese Weise eine neue Bestätigung erfahren.

Verglichen mit der Pupillomotorik dauert die Wirkung vegetativer Pharmaka auf die Akkommodation sehr viel kürzer, was als Ausdruck einer wesentlich geringeren vegetativen Empfindlichkeit des willkürlich innervierten Ciliarmuskels aufgefaßt wird.

Die Lage des Akkommodationsruhepunktes macht es nicht wahrscheinlich, daß Nah-und Fernakkommodation gleichwertige antagonistische Funktionen sind, sondern daß trotz vorhandener Sympathicuswirkung die Bedeutung des Parasympathicus für die Akkommodation wesentlich größer ist.

Die v.Helmholtzsche Theorie von der Akkommodation hat durch die Entdeckung der sympathischen Innervation des Ciliarmuskels eine Erweiterung, aber keine grundsätzliche Umänderung erfahren.

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Siebeck, R. Die antagonistische Innervation der Akkommodation und die Akkommodationsruhelage. Albrecht v. Graefes Arch. Ophthal. 153, 425–437 (1953). https://doi.org/10.1007/BF00682399

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