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Wirkt der Jendrassiksche Handgriff nur auf monosynaptische oder auch auf polysynaptische Reflexe?

Zusammenfassung

1. Die Wirkung des als Bein-Jendrassik modifizierten Jendrassikschen Handgriffs auf den Radius-Periost-Reflex wird an gesunden Versuchspersonnen untersucht. Es wird eine Steigerung der Reflexamplitude unter dieser Wirkung von 5 bis 20% festgestellt.

2. Bei laufend stärkerer Innervation des Biceps durch Gewichtsbelastung am Unterarm kann eine Steigerung der Wirkung des „Jendrassik“ um nochmals 10% beobachtet werden gegenüber dem gering innervierten Biceps.

Bei Ermüdung des musculus biceps nahm zuerst die Jendrassik-Wirkung ab, die Abnahme der Höhe der Reflexamplitude ohne Bahnung folgte in den meisten Fällen nur wenig später bei höherer Belastung. Dieser Befund stützt die Theorie Sommers, daß die Reflexveränderung bei Ermüdung wahrscheinlich in erster Linie in einer Ermüdung der intrafusalen Fasern besteht.

3. Zur Untersuchung der Wirkung des Jendrassikschen Handgriffs auf polysynaptische Reflexe wird die Hemmung der innervierten Muskeln des Beines untersucht, die durch Schmerzreize an der Fußsohle ausgelöst wird. Irgendeine Wirkung des Jendrassikschen Handgriffs auf diese Reflexe konnte nicht gefunden werden.

Das negative Resultat fügt sich der Ansicht ein, daß der Jendrassiksche Handgriff keine zentrale, sondern eine periphere Bahnung darstelle, bei der die Muskelspindel, das sensible Endorgan, durch Kontraktion der intrafusalen Fasern empfindlicher gemacht wird.

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Literatur

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Hoffmann, F.A. Wirkt der Jendrassiksche Handgriff nur auf monosynaptische oder auch auf polysynaptische Reflexe?. Deutsche Zeitschrift f. Nervenheilkunde 167, 310–316 (1952). https://doi.org/10.1007/BF00242872

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